Onlinespieler bringen Computer zum Denken

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Onlinespieler bringen Computer zum Denken
15. Mai 2008 | 4.453 klicks

Eine Idee auf die man erstmal kommen muss. Die Wissenschaftler der School of Computer Science an der Carnegie Mellon University haben die frische Webseite „Games with a Purpose“ veröffentlicht. Innerhalb der Webseite trifft der Besucher auf unterhaltsame Spiele. Anhand des Namens, sollte man bereits erkennen das hinter jedem Spiel ein Sinn steckt. Assistenzprofessor Luis von Ahn sagt „Wir haben Spiele, die helfen können, Bild- und Audiosuche im Internet zu verbessern, Künstliche Intelligenz weiterzuentwickeln und Computern beibringen zu sehen.“ Ganz nett, denn wer die Spiele spielt, muss dabei einfache Aufgaben lösen. Mit den Lösungswegen lernt man dem Computer diese ebenfalls, so weiß auch der Computer wie er zur Lösung kommt.

Fünf Spiele hat das GWAP-Angebot zum Start im Sortiment. Im Spiel „Matchin“ müssen die Spieler eine Beurteilung abgeben, welches Bild von zwei Bildern das attraktivere ist. Mit Hilfe dieser Beurteilungen kann man die Bildsuche verbessern. So lassen sich Kriterien für die Suchmaschinen entwickeln, mit denen die Suchmaschine schon bald ebenfalls das attraktivere Bild kennt. Wer gerne Musikstücke beschreibt, kommt bei „Tag a Tune“ auf den Geschmack. Der Sinn ist ebenfalls tief. Denn gibt man heute in eine Musiksuche „traurige Lieder“ ein, bekommt man nicht immer relevante Treffer. Über die Beschreibungen lernt das System, auch „fröhliche Lieder“ zu erkennen.

Wissen des gesunden Menschenverstandes sammelt man mit dem Spiel „Verbosity“. Die Verwendung besteht darin, die sogenannte KI (Künstliche Intelligenz) weiterzuentwickeln. Kreativ darf der Spieler bei „Squigl“ sein. Jetzt geht es darum verschiedene Objekte mit Umrissen zu zeichnen. Die Objekterkennung für Suchmaschinen soll damit entwickelt werden. Als derzeit letztes Spiel ist „ESP Game“ vorhanden. Gar kein leichtes Spiel. Es wird von zwei Spielern gespielt und der eine muss erraten, wie der andere Bilder beschreibt. Bildersuchen sollen damit optimiert werden. Alles in allem nennt sich die Angelegenheit „Human Computation“. Menschen lösen die Aufgaben, die für unsere heutigen Computer noch zu anspruchsvoll sind.

„Wir haben all diese Spiele auf einer Seite zusammengeführt. Wir hoffen damit den Traffic zu steigern, indem wir Spieler eines Spiels motivieren, auch die anderen auszuprobieren“, so von Ahn. Derzeit spricht von Ahn von noch drei weiteren Spielen, die zur Erweiterung des GWAP-Angebotes dienen. Starten sollen diese in den nächsten Monaten. Damit ein bisschen mehr Community-Flair kommt, sollen auch High-Score-Listen und Chats das Angebot abrunden. „Wir haben alle Spiele auf gwap.com so unterhaltsam wie möglich gemacht. Wir brauchen Menschen“, denn ohne kommt man natürlich in der Entwicklung nicht weiter.

Er ist ein Pionier auf dem Gebiet der Human Computation und seit 2008 zählt er auch mit zu den geistigen Vätern der Captchas.

Eine Reaktion zu “Onlinespieler bringen Computer zum Denken”

  1. Semseo Am 19. Juni 2008 um 01:44 Uhr

    Ja vielen Dank für das Captcha !