Viacom verklagt Google auf mehr als eine Milliarde Dollar

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Viacom verklagt Google auf mehr als eine Milliarde Dollar
14. März 2007 | 5.659 klicks

Suchmaschine Google steht teurer Ärger ins Haus. Der MTV Mutterkonzern Viacom verklagt Google auf mehr als eine Milliarde US-Dollar Schadensersatz, wegen massiven Verstoss auf der Google Videoplattform YouTube. Bei der eingereichten Klage handelt es sich um massiven Verstoß gegen das internationale Urheberrecht.

Viacom wirft die unerlaubte Verbreitung von Viacom Programminhalten vor. Der MTV Mutterkonzern sprach von einem „massiven Verstoß“ gegen das internationale Urheberrecht. Die Klage wurde am Dienstag bei einem New Yorker Bezirksgericht eingereicht. Mit der Klage fordert Viacom gleichzeitig eine einstweilige Verfügung gegen weitere Ausstrahlungen von Mitschnitten eigener Sendungen auf YouTube. YouTube Nutzer haben inzwischen fast 160.000 Videoclips aus Viacom Programmen hochgeladen, die mittlerweile mehr als 1,5 Milliarden Mal betrachtet wurden.

Weiter erklärte Viacom, dass das Geschäftsmodell von YouTube eindeutig illegal sei und das Urheberrecht verletze. Die bisherigen Verhandlungen zwischen beiden Parteien sind bisher unproduktiv verlaufen. Google und YouTube sind bisher zu keiner Stellungnahme bereit. Der jetzige Rechtsstreit ist der bisherige Höhepunkt zwischen Viacom und YouTube, bereits im letzten Monat wurde YouTube von Viacom aufgefordert mehr als 100.000 Videos zu löschen. Diese Bedingung hatte YouTube auch erfüllt, aber seine Nutzer mit der Meldung „removed at the request of Viacom International“ verärgert. Google und YouTube sind davon überzeugt, das geltende Recht respektiert zu haben, sagte ein Sprecher in einer Reaktion auf die Viacom Klage. Weiter gehe Google davon aus, dass die Gerichte sich dieser Ansicht anschließen werden und die Klage dem weitern Wachstum von YouTube nicht schaden werde.

Nach geltendem Recht, müssen die Urheberrechtsinhaber die illegal plazierten Fragmente selber finden und auch verlangen das diese aus dem Video Portal entfernt werden, denn bei YouTube kann jeder Nutzer Videoclips schnell und kostenlos online stellen. In der fast 30-seitigen Klageschrift wirft Viacom dem Video Portal Betreiber YouTube vor, die Suche nach rechtlich geschütztem Material zu erschweren. Trotz aller Anstrengungen seien daher alle Versuche der Rechteinhaber, die Platzierung der Videos zu verhindern, zum scheitern verurteilt.

Googles Video Portal YouTube hatte wiederholt angekündigt, einen Software Filter für die urheberrchtlich geschützten Inhalte zu installieren. Der MTV Mutterkonzern hatte bereits vor einem Monat verlangt, dass bei YouTube alle Videos von Viacom Sendern entfernt werden. Bisher sind alle Verhandlungen über eine Lizenzvereinbarung zwischen beiden Parteien gescheitert. YouTube hatte solche Vereinbarungen bereits mit Musikfirmen wie Universal Music, Sony BMG und Warner Music sowie CBS, NBC und auch mit BBC abgeschlossen.

Medienberichten zufolge sollen Viacom und andere große Senderketten eine Konkurrenzwebseite in Erwägung ziehen und sogar Interesse an einer Kooperation mit dem relativ neuen Internet Video-Portal-Betreiber Joost haben, der sich zur Zeit noch in der Entwicklungsphase befindet.

Den Risiken im Zusammenhang mit YouTube sei Google sich aber von Anfang an bewusst gewesen, denn der Konzernchef Eric Schmidt hatte bereits von Beginn an angekündigt entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten.

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