Web 2.0 steckt immernoch in den Kinderschuhen – Internet wichtig bei Kaufentscheidungen

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Web 2.0 steckt immernoch in den Kinderschuhen – Internet wichtig bei Kaufentscheidungen
27. August 2006 | 5.452 klicks

Heute zum Wochenausklang eine interessante Trendstudie, welche ich auf dem presseportal.de gelesen hatte.

Hamburg (ots) – Aktuelle Trendstudie von Interone Worldwide zum Nutzungsverhalten von neuen Technologien / Konsumenten teilen sich in vier Nutzerprofilen auf / Internet ist Hauptentscheidungsmedium für Spontankäufe

Mit „Generation Tekki 2.0“ präsentiert Interone Worldwide den aktuellen Nachfolger zur Trendstudie „Generation Tekki“ aus dem Jahr 2005. Die Kernergebnisse: Handy und Internet dominieren das Mediennutzungsverhalten der Generation Tekki 2.0. Gerade bei den 20- bis 40-Jährigen zeigt sich ein klarer Trend weg von den klassischen Kanälen TV und Zeitung hin zu neuen Medien. Dagegen wird die neue Generation des Internet, das so genannte Web 2.0, bisher nur von einer Minderheit junger User genutzt. Darüber hinaus lässt sich die Generation Tekki 2.0 in vier verschiedene Typen einteilen: Technikexperten, Handyfokussierte, Tekki-Mainstream und Medienkonservative. Für die repräsentative Online-Studie befragte der Multichannel-Experte der BBDO-Gruppe 1.000 Konsumenten im Alter von 14 bis 49 Jahren.

Die Ergebnisse im Detail

Die Generation Tekki 2.0 lässt sich nicht über einen Kamm scheren. Sowohl im Nutzungsverhalten als auch in den Persönlichkeitsmerkmalen zeigen sich bei den untersuchten Zielgruppen erhebliche Unterschiede, die sich an vier Typologien festmachen lassen: Technikexperten, Handyfokussierten, dem Tekki-Mainstream und den Medienkonservativen. 

Die Technikexperten (23% Anteil an der Generation Tekki 2.0) pflegen ein ausgeprägt rationales Selbstbild. Ihre Gruppe ist die mit dem geringsten weiblichen Anteil (40%), das Durchschnittsalter beträgt 40 Jahre. Sie sehen ihren PC als reines Arbeitsmittel und investieren dabei viel Zeit in die Pflege, der kommunikative Nutzen ist ihnen weniger wichtig. Da sie jedoch beständig an technischen Innovationen interessiert sind und diese auch konsumieren, sind sie als Multiplikatoren unentbehrlich. Dies drückt sich auch in ihrem Konsumstil aus, der von Rationalität bestimmt ist: Preis, Qualität und technische Ausgereiftheit sind die wichtigsten Kauffaktoren. Deshalb sollten Marketingstrategien dieser Zielgruppe genügend Anreize und Mehrwerte liefern, um sich als Experte zu profilieren. Das Mobiltelefon hat eine eher nachgelagerte Bedeutung, der Gebrauchsnutzen als Arbeitsmittel steht im Mittelpunkt.

Bei den Handyfokussierten (29%) ist TV der stärkste Verlierer im Medienmix. Der emotionale und nutzwerte Fokus liegt hier eindeutig auf dem mobilen Telefon, es dient als Ausdruck der eigenen Identität und des persönlichen Lifestyles. Umso wichtiger ist die individuelle Gestaltung: Logos, Klingeltöne und Handyschalen stehen ganz oben auf der Wunschliste. Design und Style sind somit auch Hauptmerkmal der Kaufentscheidungen. Der durchschnittliche Handyfokussierte ist weiblich, 34 Jahre alt und ledig. Auffällig ist der geringe Stellenwert des Internets, obwohl der handyfokussierte Typ über ein aufgeklärtes und breites technisches Wissen verfügt. Von allen Typen ist er der am besten informierte Anwender.

Der Tekki-Mainstream (26% Anteil) repräsentiert am besten die Generation Tekki. Der typische „Tekki“ ist männlich, 34 Jahre alt, ledig und kann ein mittleres Bildungsniveau vorweisen. Er nutzt Medien als Ausdruck seiner Persönlichkeit und handelt auch dementsprechend. Als Trend-Follower stellen Medien für ihn eine Brücke zum eigenen Lifestyle dar, so besitzt er zwar mehr Geräte als andere Gruppen, nutzt diese allerdings weniger. Wichtig ist für den Tekki-Mainstream, dass die Produkte ausgereift sind, letztendlich entscheidet aber bei ihm das Design über Kauf oder Nichtkauf.

Die Gruppe der Medienkonservativen (22% Anteil) ist mit durchschnittlich 42 Jahren die älteste und weist den größten Anteil an Vollzeitbeschäftigten, Besserverdienenden und Verheirateten auf. Bei ihr zeigt sich eine deutliche Reserviertheit gegenüber neuen Medien, so wird das Internet von ihr weniger positiv bewertet als von anderen Gruppen. Auch das Handy sehen die Medienkonservativen als eher lästig an. Dagegen stehen die „alten“ Medien hoch im Kurs: Fernsehen und Zeitung sind die entscheidenden Informationskanäle. Diese Einstellung zeigt sich auch beim Kauf von technischen Geräten, der von Preis, Qualität und technischer Ausgereiftheit der Produkte abhängt.

Neben der Nutzung „herkömmlicher“ Geräte wie PC, Handy oder DVD-Rekorder wurden bei der Studie auch Online-Dienste wie Google, flickr oder YouTube.com untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass das sogenannte „Web 2.0“ mit neuen Diensten wie Podcasting (0,6%) oder Blogs (5,1%) trotz täglichen Internetkonsums (85%) nur von einer jungen Minderheit der User genutzt wird bzw. kaum bekannt ist. „Klassische“ Dienste wie Online-Shopping und -Banking sprechen dagegen vor allem die mittlere und ältere Zielgruppe an.

Insgesamt zeigt sich, dass Internet und Handy einen immer größeren Stellenwert als Marketingkanal einnehmen. In der Zielgruppe der 20- bis 29-Jährigen dominiert das Handy mit der häufigsten täglichen Nutzung (fast 30%). Auch die persönliche Bindung an das Handy wächst: 60% der Befragten sagen, dass „das Handy zum Teil ihrer Person geworden ist“. Mobile Transaktionen wie Mobile Payment werden immer besser angenommen. Über 30% können sich vorstellen, in Zukunft mit ihrem Handy zu bezahlen. Bei den Spontankäufen hat das Internet mit 36,7% das Fernsehen (34,5%) als wichtigstes Entscheidermedium abgelöst.

Nicht nur wegen des Erfolgs des iPods sind mobile Musikabspielgeräte heutzutage kaum noch aus dem Alltag wegzudenken. So ist im Vergleich zur Studie Tekki 1.0 der Besitz von MP3-Playern um 25% auf 70% gestiegen.

Bei der Generation Tekki 2.0 ist ein neuer Trend zur persönlichen Programmgestaltung erkennbar. 32,3% der Befragten besitzen bereits einen DVD-Rekorder, 9,9% einen mit Festplatte, mit dem zeitversetztes Fernsehen möglich ist. Weitere 76,1% denken daran, sich einen zu kaufen (44,2% mit Festplatte). Dadurch haben die Nutzer die Möglichkeit, Werbebotschaften auszublenden. Auf diesen Trend gilt es für marketingtreibende Unternehmen zu reagieren und ihre Botschaften über andere Kanäle zu verbreiten.

Fazit:

– Die Zielgruppen der Generation Tekki 2.0 müssen individuell von Unternehmen angesprochen werden. Dadurch ergeben sich für werbetreibende Unternehmen neue Herausforderungen, aber auch Chancen

– Tekkis sind Trend-Follower und besitzen einen stark neuigkeits- und qualitätsorientierten Konsumstil. Design, Markenwahrnehmung und Innovationskraft spielen bei der Kaufentscheidung eine große Rolle

– Entertainment-Geräte im Wohnzimmer sind weiterhin stark gefragt: die beliebtesten Produkte der Generation Tekki 2.0 sind Plasma- bzw. Flachbildschirm-TVs und DVD-Rekorder mit eingebauter Festplatte

– Die neuen Dienste des „Web 2.0“ bieten Unternehmen noch nicht die gewünschte aufmerksamkeitsstarke Plattform, da sie nur von einer Minderheit junger User genutzt werden

– Handy-Nutzer stehen mobilen Transaktionen wie Mobile Payment oder Mobile Banking positiv gegenüber. Die Sicherheit dieses Kanals sollte stärker berücksichtigt bzw. kommuniziert werden

„Die Studie demonstriert, dass sich die Atomisierung der Medien auch im Konsumentenverhalten niederschlägt. Die Generation Tekki 2.0 ist äußerst anspruchsvoll und erwartet eine individuelle Ansprache in unterschiedlichen Kanälen. Modernes Marketing muss diesen Ansprüchen gerecht werden, um das vorhandene Potenzial effizient ausschöpfen zu können“, kommentiert Martin Hubert, Sprecher der Geschäftsführung von Interone Worldwide, die Ergebnisse der Trendstudie.

Der Studien-Steckbrief
Interone Worldwide befragte im Mai 2006 per Online-Fragebogen über 1.000 Konsumenten im Alter von 14 bis 49 Jahren. Weiterhin wurden Fokusgruppen-Interviews geführt. Die Studie ist online-repräsentativ und zeichnet ein Porträt der deutschen Generation Tekki im Jahr 2006. Nach 2005 wurde die Studie bereits zum zweiten Mal durchgeführt.

Interone Worldwide
Interone Worldwide ist eine international ausgerichtete Agentur für vernetzte Multikanal-Kommunikation. Das Leistungsportfolio umfasst die Schwerpunkte medienübergreifende Beratung, Kreation und Realisierung von Kommunikationsmaßnahmen in den Disziplinen Dialogmarketing, Internet, Mobile Marketing, klassische Werbung und i-TV sowie IT-Development und Systemintegration. Zu den Kunden der Agentur gehören internationale Unternehmen wie BMW Group, Boehringer Ingelheim und die Deutsche Post. Interone Worldwide ist Teil des internationalen BBDO-Networks und an den deutschen Standorten Hamburg, München, Köln und Berlin vertreten. Darüber hinaus verfügt die Agentur über eine Reihe von Niederlassungen in Asien. Interone Worldwide gehört zu den am häufigsten ausgezeichneten Agenturen (u.a. Cannes, ADC, Effie und Cresta) und erreichte 2005 im Kreativ-Ranking der New-Media-Agenturen und der Dialogmarketingagenturen Platz zwei.

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  1. Suchmaschinen Blog – Weblog » Ingenieur Suchmaschine gestartet Am 2. Mai 2007 um 11:39 Uhr

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