Yahoo in Erklärungsnot – Yahoo und Journalist Shi Tao

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Yahoo in Erklärungsnot – Yahoo und Journalist Shi Tao
30. Juli 2007 | 25.233 klicks

Wie der Spiegel in seiner Online Ausgabe berichtet, ist im Internet ein offizielles Schreiben der chinesischen Regierung an Suchmaschine Yahoo aufgetaucht (schriftliche Anfrage des chinesischen Staatssicherheitsamts in englischer Übersetzung), welches belegt, das Yahoo von Anfang an Bescheid wusste, dass die chinesische Regierung den regimekritischen Journalisten Shi Tao unter Vorwand verhaften und wegschliessen wollte, aber trotzdem die persönlichen Daten von Shi Tao herausgegeben hat.

Anfrage des chinesischen Staatssicherheitsamts an Yahoo
Anfrage des chinesischen Staatssicherheitsamts an Yahoo

In dem Dokument fordert die chinesische Regierung Yahoo China auf, Auskunft über den E-Mail-Account „huoyan1989[at]yahoo.com.cn“ zu geben. Weiterhin wurde Yahoo gebeten, die Registrierungsdaten des Nutzers, Log-In Statistiken, IP-Adressen der Rechner, welche lt. Login-Statistik auf den Account zugegriffen haben, sowie alle gespeicherten und verschickten E-Mails für eine Untersuchung an die Sicherheitsbehörden zu übersenden. Hinter der Mailadresse „huoyan1989[at]yahoo.com.cn“ steckte Journalist Shi Tao, welcher nun als Verurteilter Regimekritiker, seit April 2006 im Gefängnis sitzt und noch weitere 9 Jahre, seiner 10-jährigen Gefängnisstrafe abzusitzen hat.

englische Übersetzung der Anfrage des chinesischen Staatssicherheitsamts an Yahoo

Bestätigt sich die Vermutung, steht Yahoo bei einer Vielzahl von Internet Nutzern als unglaubwürdig dar und hat gerade in China viel Vertrauen verspielt. Der Suchmaschinen Riese hatte bis zuletzt immer beteuert, dass man die Daten an die chinesische Regierung nur herausgegeben hat, da man von Ermittlungen in einem Fall von Mord-, Terrorismus- oder Kinderpornografie ausgegangen ist und durch diese Daten, die Ermittlungen schneller vorangebracht werden konnten. Yahoo-Chefsyndikus Michael Callahan sagte dazu im Februar 2006, kurz vor der Verhaftung von Shi Tao. Yahoo habe „keinerlei Informationen über die Natur der Untersuchung„.

Weitere ausführliche Informationen zu Yahoo seinen Erklärungsnöten in China, findest Du im Netz auf spiegel.de und Duihua.org

Eine Reaktion zu “Yahoo in Erklärungsnot – Yahoo und Journalist Shi Tao”

  1. Falschaussage – Yahoo unter Verdacht der Falschaussage » Suchmaschinen Blog Am 6. August 2007 um 23:38 Uhr

    […] nun ein Fall für den US-Kongress. Die Menschenrechtsorganisation Dui Hua Foundation hatte letzte Woche ein Dokument vorgelegt hat, welches dazu geführt hat, das der Yahoo-Manager Michael Callahan, der Falschaussage […]