Aus Sicht von Kanzler Friedrich Merz dürfte der Investitionsgipfel der Bundesregierung in Berlin eine willkommene Abwechslung gewesen sein. Mehr als 200 Chefs großer Unternehmen waren vor Ort, um über zukünftige Investitionen in Deutschland zu sprechen. Das gilt auch für Amazon, das im nächsten Jahr mehr als 16 Milliarden in Deutschland investieren möchte.

Diese Summe soll in verschiedene Projekte des Technologiekonzerns fließen, unter anderem in Rechenzentren und Infrastruktur für Künstliche Intelligenz. Auch soll die Robotertechnik modernisiert und erweitert werden. Rund ein Drittel des Betrags wird in die AWS-Region um Frankfurt am Main fließen. Weitere Infos zum Thema gibt es in diesem Artikel.
Amazon plant Investitionen für 2027
Am 20. Oktober wurde bekanntgegeben, dass Amazon in Deutschland Investitionen in Höhe von mehr als 16 Milliarden Euro plant. Diese Ankündigung geschah im Rahmen des Investitionsgipfels, der von der Bundesregierung um Kanzler Friedrich Merz durchgeführt wurde. Unter dem Motto “Invest in Germany” waren zahlreiche Unternehmen vertreten. Laut Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche wurden bereits Zusagen von 225 Milliarden Euro abgegeben. Vor Ort war auch Jensen Huang, Chef von Nvidia. Große Investitionen sind somit im digitalen Bereich und für KI-Infrastruktur geplant. Aus deutscher Sicht war der Investitionsgipfel in dieser Form eine neue Erfahrung.
Worin soll investiert werden?
Die von Amazon angekündigten über 16 Milliarden Euro sollen nur für das kommende Jahr 2027 gelten. Das Geld soll in verschiedene Projekte fließen, wozu die Modernisierung und der Ausbau der Logistik für Robotertechnik gehört, ebenso Produktionen in Deutschland für Prime Video, Rechenzentren und KI-Infrastruktur für die Cloud-Sparte AWS, den Amazon Satelliten-Internetdienst Leo und die Robotik- und KI-Forschung in Berlin. Alleine 4,8 Milliarden Euro sind für die Region um Frankfurt am Main gedacht, in der die Amazon Web Services besonders stark vertreten sind. Im Zusammenhang mit bereits angekündigten Logistikprojekten sollen mehr als 3.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.
Besonderer Fokus wird auch auf die Standorte Bad Hersfeld in Hessen sowie Dortmund und Werne in NRW gelegt. Die dortigen Modernisierungen sollen im nächsten Jahr abgeschlossen werden. Zudem entsteht derzeit in Könnern in Sachsen-Anhalt ein neues Logistikzentrum. Für Hessens Ministerpräsident Boris Rhein von der CDU sind diese Ankündigungen ein Vertrauensbeweis für Deutschland und vor allem Hessen als “digitales Powerhouse in Europa”. Hessen Digitalministerin Kristina Sinemus von der CDU betonte, dass der Ausbau nachhaltig erfolgen muss. Also mit Blick auf die Energieeffizienz, Abwärmenutzung und mit erneuerbaren Energien.
Die Amazon Web Services
Auch wenn die meisten Menschen Amazon vor allem als Online-Shop kennen, hat das Unternehmen noch viele weitere Zweige, die in den letzten Jahren auch stark angestiegen sind. Vor allem die Amazon Web Services (AWS) spielen eine große Rolle im Portfolio des Unternehmens. Dabei handelt es sich um die Cloud-Sparte von Amazon, sodass Kunden online auf Rechenleistung, Speicher und Software zugreifen können.
Die entsprechenden Rechenzentren müssen gebaut werden, was Amazon kontinuierlich tut. Dort werden die Daten gespeichert und verarbeitet und in der Cloud zur Verfügung gestellt. Diese Rechenzentren sind dabei sehr energiehungrig und es entsteht eine große Wärme, weshalb solche Projekte auch oft kritisch gesehen werden.

Neben den Cloud-Diensten wird auch verstärkt in KI-Infrastruktur investiert. Hier braucht es besonders leistungsfähige Chips, damit KI-Modelle trainiert und betrieben werden können. Auch diese Systeme brauchen sehr viel Strom und Kühlung, weshalb entsprechende Debatten über Nachhaltigkeit entstehen.
In der Region Frankfurt ist ein geografisches Cluster mehrerer Rechenzentren zu finden, was die Region als zentralen Knoten enorm wichtig für Europa macht. Amazon hat in den letzten Jahren vor allem im Ballungsraum Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt und Mainz investiert. Mit Amazon Leo hat Amazon einen eigenen Satelliten-Internetdienst, der als Konkurrenz zu Starlink von SpaceX zu verstehen ist.
Fazit zu den Investition von Amazon
Entgegen negativer Stimmen haben in den letzten Jahren viele Tech-Unternehmen in Deutschland investiert. Dazu gehört vor allem auch Amazon, das laut eigenen Angaben seit 2010 mehr als 100 Milliarden Euro in Deutschland investiert hat. Im nächsten Jahr sollen 16 Milliarden Euro folgen, was jetzt auf dem Investitionsgipfel der Bundesregierung bekanntgegeben wurde.
Das Geld soll in verschiedene Projekte von Amazon fließen, wozu vor allem Rechenzentren und KI-Infrastruktur gehören, was letztendlich der Cloud-Sparte AWS zugutekommt. Auch im Bereich Logistik will man investieren, um auszubauen oder zu modernisieren. Der Investitionsgipfel fand in dieser Form das erste Mal statt. Google und auch Microsoft investieren ebenfalls Milliarden in deutsche Cloud & KI-Infrastruktur.