Bei superreichen Menschen fragt man sich manchmal, was das nächste Hobby sein wird. Im Falle von Amazon-Gründer Jeff Bezos scheint es Fußball zu werden, denn wie jetzt offiziell bekannt wurde, steigt Bezos als Teil eines Investment-Konsortiums beim FC Liverpool ein. Man möchte eine Minderheitsbeteiligung von 30 % erwerben, was bis zu 2 Milliarden Euro bedeuten kann. Nun sind in England viele Vereine in privatem Besitz, sodass der Kauf von Anteilen keine Überraschung darstellt, aber bei den genannten Zahlen stellen sich viele Kritiker und Fans die Frage, wie viel Einfluss das Konsortium in Zukunft haben wird.

Wird es in die Spielerpolitik mit eingreifen oder sich grundsätzlich raushalten? Wie bekannt ist, wird Jeff Bezos nichts mit dem operativen Geschäft zu tun haben. Seine Motivation könnte darin begründet liegen, dass er wie andere Investoren auch nach Sachwerten sucht, um sich gegen mögliche Börsencrashs absichern zu können. Mehr zum Einstieg von Bezos bei Liverpool gibt es in diesem Artikel zu erfahren.
Der Deal von 1892 Holdings
Schon seit vielen Jahren gibt es private Investoren, die Vereine in England kaufen. Da es nicht wie in Deutschland eine 50+1 Regel gibt, können Investoren aus dem Ausland, Staatsfonds und Milliardäre auf Shoppingtour gehen und die Vereine kaufen. Seit Anfang des Jahrtausends wurden unter anderem Newcastle United, Manchester City, Chelsea, Manchester United, der FC Arsenal, Aston Villa und eben auch der FC Liverpool gekauft. Letzterer ist seit 2010 im Besitz der US-amerikanischen Fenway Sports Group, die unter anderem auch das Baseball-Team Boston Red Sox besitzt. Damals befand sich der Club in einer schweren finanziellen Krise, sodass die Übernahme ein wichtiger Bestandteil des späteren sportlichen Erfolgs wurde. Seitdem wird der FC Liverpool als privates Sportunternehmen geführt.
Jetzt wurde der Deal bekannt, bei dem das Investment-Konsortium “1892 Holdings” eine Minderheitsbeteiligung von 30 % kaufen wird. Zu den Geldgebern gehören Jeff Bezos, Eduardo Saverin und Lakshmi Mittal. Letzterer ist ein indischer Stahl-Milliardär, während Jeff Bezos für die Gründung von Amazon und Saverin als Mitgründer von Facebook bekannt sind. Das Konsortium wird von Amit Bhatia von AyBe Capital geleitet. Bhatia ist Schwiegersohn von Mittal und soll den Posten des Vizepräsidenten übernehmen, während Bezos keine operative Rolle erhält. Der Deal beläuft sich auf bis zu 2 Milliarden Euro, womit die Gesamtbewertung des Vereins auf bis zu 7 Milliarden Euro wächst. Die Fenway Sports Group bleibt weiterhin Hauptanteilseigner. Bekannt wurde, dass von den investierten Milliarden kein Geld in Spieler-Transfers fließen soll.
Jeff Bezos – Gründer von Amazon
Die meisten Menschen dürften Jeff Bezos kennen, dem aktuell viertreichsten Menschen der Welt mit einem geschätzten Vermögen von rund 260 Milliarden US-Dollar. Vor ihm liegen Elon Musk und Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin. Der 1964 geborene Bezos gründete 1994 einen Online-Buchhandel, den er Amazon nannte. Das Unternehmen konnte über die Jahre stetig anwachsen und schon Anfang der 2000er zum führenden E-Commerce-Handel im Internet werden.
Heute ist die größte Sparte des Unternehmens die Cloud-Computing-Sparte AWS. Bis 2021 ist Bezos Chef von Amazon gewesen, wechselte dann aber in den Verwaltungsrat. CEO von Amazon ist seitdem Andy Jassy. Neben Amazon besitzt Bezos unter anderem auch das Raumfahrtunternehmen Blue Origin und die US-Tageszeitung Washington Post. Der Einstieg beim FC Liverpool ist seine erste Investition im Sportbereich.
Der FC Liverpool
Beim FC Liverpool handelt es sich um einen der bekanntesten und beliebtesten Fußballvereine der Welt, der 1892 gegründet wurde. 20 Meistertitel sowie sechs Erfolge in der Champions League bzw. dem Europapokal der Landesmeister sorgen dafür, dass der Verein auch zu den erfolgreichsten Klubs der Welt gehört. Gespielt wird an der Anfield Road. Die Vereinshymne “You´ll Never Walk Alone” zeigt die Nähe zur Arbeiterklasse.

Nach einer längeren Durststrecke konnte der Verein in den letzten zehn Jahren wieder zurück auf die Erfolgsspur wechseln. 2015 übernahm der heutige deutsche Bundestrainer Jürgen Klopp den Verein und konnte bis 2024 sowohl die Champions League als auch die Meisterschaft gewinnen. Letztere war die erste seit 30 Jahren. In der letzten Saison landeten die Reds als amtierender Meister auf dem fünften Platz.
Fazit zum Bezos Einsteig bei Liverpool
Das größte E-Commerce-Unternehmen der Welt, eine der wichtigsten US-Tageszeitungen sowie ein Raumfahrtunternehmen reichen Jeff Bezos noch nicht aus. Jetzt streckt er seine Fühler in den Sportbereich aus und hat sich für den FC Liverpool entschieden. Als Teil des Investment-Konsortiums “1892 Holdings”, an dem unter anderem auch Facebook Mitgründer Eduardo Saverin beteiligt ist, kauft er 30 % der Anteile, womit die Fenway Sports Group auch weiterhin Hauptanteilseigner der Vereins bleiben wird. Da Bezos keinen operativen Posten übernehmen wird, vermutet man, dass die Investition in Sachwerte für eine Absicherung gegen Börsencrashs die Motivation hinter dieser Beteiligung ist.