Die Idee ist eigentlich einfach, denn es geht um die Bündelung der Daten, damit Behandlungen auf noch besseren Informationen aufbauen können. Seit rund einem Jahr sind Ärzte und Krankenhäuser verpflichtet, die entsprechenden Daten und Befunde in die ePA einzutragen. Gesetzliche Krankenkassen richten diese Akte automatisch ein, sofern man nicht aktiv widerspricht. Nach rund einem Jahr wird allerdings eine nüchterne Bilanz gezogen.

Zwar kennen die meisten Menschen die elektronische Patientenakte, doch nur ein Viertel zeigt Interesse daran, diese auch aktiv zu nutzen. Das hängt nicht zuletzt auch mit der komplizierten Anmeldung zusammen, die aufgrund der Sicherheitsbedenken mehr als die Erstellung eines Kontos ist. Somit sorgt die ePA derzeit für eine soziale Hürde. Für die Zukunft muss also nachgebessert werden. Mehr zu dem Thema gibt es in diesem Artikel zu erfahren.
Geringe Nutzung der ePA
Das hatte man sich bei der Einführung sicherlich anders vorgestellt, doch nach einem Jahr muss gesagt werden, dass die elektronische Patientenakte noch längst nicht ihr volles Potenzial entfalten kann. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die meisten Versicherten sie überhaupt nicht benutzen. Wer gesetzlich versichert ist, erhält automatisch eine ePA, sofern er dieser nicht aktiv widerspricht.
Seit dem 1. Oktober 2025 sind Ärzte und Krankenhäuser gesetzlich dazu verpflichtet, die entsprechenden Daten und Befunde in die elektronische Patientenakte einzutragen. Überprüft wird das von der Kassenärztlichen Vereinigung (KVen). Die Akte kann jederzeit von Patienten eingesehen werden. Zumindest theoretisch.
Die Probleme der Anmeldung
Die tatsächlichen Nutzungszahlen sind derzeit noch sehr gering. Eine Umfrage hat ergeben, dass 87 % der Befragten die ePA kennen, aber nur 24 % Interesse daran haben, diese auch aktiv zu nutzen. Dabei bringt sie verschiedene Vorteile mit sich. Doch woran liegt es, dass die Mehrheit kein Interesse daran hat, die eigene Patientenakte einzusehen? Der Grund liegt weniger an den Daten selbst als an der komplizierten Anmeldung, die mit der ePA einhergeht. So zeigt sich, dass zwar 21 % einen Anmeldeversuch gestartet haben, aber davon die Hälfte am Anmeldeprozess scheiterte. Somit haben nur ungefähr 10 % die Registrierung vollzogen. Da diese Daten aber auf einer Umfrage beruhen, könnte die Zahl sogar noch geringer ausfallen.
Für viele ist der Anmeldeprozess frustrierend, da er lang und kompliziert ist. Besonders das notwendige Identifizierungsmittel ist eine Hürde. Diese Komplexität ist natürlich Teil der Sicherheit, damit die Daten nicht von jedem genutzt werden können. Aber viele Menschen scheitern eben daran, sodass ihnen die Akte nur wenig nützt. So muss man bei der Anmeldung mehrfach Ident-Apps einsetzen, auf einen PIN-Brief warten und auch die NFC-Funktion des Smartphones nutzen, was nicht immer reibungslos klappt.

Das ist ein Problem, das von Forschern als soziale Hürde wahrgenommen wird. Menschen mit einem höheren Bildungsgrad nutzen die elektronische Patientenakte häufiger. Geringes Einkommen, ein höheres Alter oder eine fehlende Nähe zu digitalen Anwendungen sorgen dafür, dass die Nutzungsquote rapide sinkt. Dabei bewerten viele Nutzer die App als praktisch, da sie einen guten Überblick über die eigene Gesundheit bieten kann. Während Ärzte natürlich trotzdem auf die Akte zugreifen können, bleibt der Vorteil der Patientensouveränität derzeit auf der Strecke. Daher ist die Frage, ob hier in Zukunft noch nachgebessert wird, um die Einstiegshürde zu senken.
Vorteile der elektronischen Patientenakte
Eigentlich ist die ePA eine sehr gute Idee, wodurch sich Behandlungen auch maßgeblich verbessern können. Die eigenen Gesundheitsdaten können so eingesehen werden, was zu mehr Souveränität führt. Man kann so viel besser Nachfragen stellen. Auch erhalten behandelnde Ärzte auf diese Weise sofort einen Überblick über die Medikamente, die ein Patient erhalten hat und kann so viel besser mögliche Wechselwirkungen vorbeugen. Auch ist viel einfacher die Krankengeschichte einsehbar, was den Behandlungsprozess beschleunigen und verbessern kann. Zudem können Versicherte auch selbst bestimmen, wer auf die Daten zugreifen kann. Die Daten fließen dabei automatisch in die ePA und grundsätzlich sind sie mit einem hohen Maß an Sicherheit geschützt.
Fazit über die elektronische Patientenakte
Die Idee einer elektronischen Patientenakte gibt es schon lange und seit rund einem Jahr wurde sie fest umgesetzt. Jetzt fließen Befunde und Daten automatisch in die ePA, auf die Ärzte zugreifen können. Theoretisch können sie auch jederzeit von den Versicherten eingesehen werden, doch genau das klappt derzeit noch nicht so gut. Das liegt vor allem am komplizierten Anmeldeprozess, der für viele frustrierend damit endet, dass sie die Akte doch nicht auf dem eigenen Smartphone einsehen können. Das sorgt bei der Nutzung für ein soziales Gefälle, denn gerade ein hohes Alter oder eine geringe Bildung erhöhen die Hürde zusätzlich. Wer selbst Einblick erhalten möchte, aber nicht weiß, wo er anfangen soll, kann sich direkt an seine Krankenkasse richten.