Die schöne neue Welt des Streamings wird von den meisten Menschen genutzt, doch das eigentlich praktische Angebot bekommt Risse. Immer wieder wurden in den letzten Jahren die Preise erhöht, was jetzt auch wieder bei Netflix geschehen ist. Doch auch bei der Konkurrenz hat sich etwas getan, denn Disney+ behält es sich künftig vor, in den bisher werbefreien Tarifen doch Werbung zu schalten.

Entsprechend fragen sich mittlerweile auch viele Nutzer, inwiefern die Angebote überhaupt noch sinnvoll sind. Einst waren sie sehr praktisch, da sie preisgünstig waren und man eine große Auswahl geboten bekam. Das sorgte sogar für sinkende Zahlen der bei Online-Piraterie. Doch mittlerweile empfinden viele Nutzer die Preise als zu hoch. Alle neuen Infos zu den aktuellen Streaming-Entwicklungen gibt es in diesem Artikel.
Doch Werbung bei Disney+
Eigentlich war die Idee einst ganz simpel. Man meldet sich bei einem Streaminganbieter an, zahlt monatlich Geld und kann dann dort auf alle Angebote zugreifen, wann immer man will und ganz ohne Werbung. Doch die Werbefreiheit ist längst Geschichte. Bei Netflix gibt es im niedrigsten Tarif Werbung und auch bei Amazon Prime wird seit einiger Zeit Werbung geschaltet, die man allerdings für einen zusätzlichen Tarif abschalten kann. Und jetzt zieht auch Disney+ nach. Wie in den geänderten Nutzungsbedingungen steht, behält sich die Plattform vor, zukünftig auch bei teureren und bislang werbefreien Tarifen Werbung auszuspielen.
Werbung ist im doppelten Sinne nervig. Zum einen erhält man eben Werbung, obwohl man schon zahlt, zum anderen muss man warten. Und während eines Films oder einer Serie kann es sogar störend sein, sodass man erst recht aus dem Filmgenuss gerissen wird. Doch Disney+ will Werbung nur vor oder nach Inhalten zeigen. So zumindest der aktuelle Tenor. Diese soll dann aber auch nicht überspringbar sein. Ausnahmen davon sollen die Kinderprofile im Junior-Modus sein, die auch weiterhin werbefrei bleiben sollen.
Netflix erhöht die Preise
Auch Kunden von Netflix haben in diesen Tagen Nachricht bekommen, dass es Preiserhöhungen geben wird. Natürlich kann man diesen auch widersprechen, allerdings kann man dann in Zukunft sein Konto nicht mehr verwenden. Abgesehen davon erfordern die Preiserhöhungen aber von Bestandskunden in Deutschland die explizite Zustimmung. Wenn das geschehen ist, läuft das Abo noch bis zum nächsten Abrechnungszeitraum normal weiter und danach mit dem erhöhten Preis.
Das Standard-Angebot mit Werbung kostet zukünftig 7 Euro statt 5 Euro, was einer Erhöhung von 40 % entspricht. Die werbefreie Variante kostete bisher 14 Euro und wird zukünftig 16 Euro kosten (+ 14%). Das Premiumangebot, mit dem man 4K und HDR schauen kann, wird um 10 % erhöht und kostet zukünftig 22 Euro statt 20 Euro. Zusatzmitglieder müssen in Zukunft 5 Euro für den Tarif mit Abo zahlen und 6 Euro für die Standard- und Premium-Tarife.
Verbandsklage gegen Preiserhöhungen
Mittlerweile gibt es aber durchaus auch Widerstand gegen die vielen neuen Streaming-Angebote, die sich nicht nur in Abmeldungen der abgeschlossenen Abonnements zeigen. Die Kunden sind unzufrieden. Das beginnt bereits bei den vielen Angeboten. Disney+, Amazon Prime, Netflix, Apple TV, Wow und noch viele weitere – die Kosten und Konten summieren sich, wenn man wirklich auf ein großes Angebot zugreifen will und selbst dann gibt es noch viele Lücken, was die Verfügbarkeit von Serien und Filmen angeht. Und die Preiserhöhungen machen es natürlich nicht besser. Tatsächlich könnten diese teilweise sogar rechtswidrig sein, weshalb man immer wieder von Klagen hören kann.

Es gibt derzeit eine Verbandsklage des Verbraucherschutzvereins. Dieser klagt an den Oberlandgerichten Berlin und Bayern gegen Netflix, Wow und Apple TV. Der Grund: Die Preisanpassungsklauseln in den AGB gelten als intransparent und könnten somit als unwirksam eingestuft werden. Je nach Tarif könnte es für Kunden bis zu 200 bis 700 Euro zurückgeben. Das könnte durchaus Erfolg haben, wie der Präzedenzfall für den Sport-Streaminganbieter DAZN zeigt. Hier wurden Preiserhöhungen aus den Jahren 2021 und 2022 als rechtswidrig eingestuft. Ob es tatsächlich Geld zurückgibt, hängt aber nicht nur von dem eigenen Tarif ab, sondern auch davon, ob die Erhöhung stattfand, ohne dass man sinnvoll darüber informiert wurde. Derzeit ist auch nicht klar, ob die Klage Erfolg haben wird.
Fazit
Eigentlich war es die Rettung für die Filmstudios, da immer weniger Menschen ins Kino gingen und auch die Verkäufe von DVDs und Blu-rays zurückgingen. Durch Streaming fanden die Menschen wieder Gefallen am legalen Angebot. Doch jetzt scheint es, als wenn immer mehr Menschen mit illegalen Angeboten liebäugeln könnten, da die Streaminganbieter immer häufiger das Angebot anpassen. Allerdings nur in eine Richtung, denn die Preise steigen seit Jahren munter an und auch die Bedingungen werden immer schlechter, unter anderem durch Werbung, obwohl man bereits zahlender Kunde ist. In dieser Hinsicht nehmen sich die Anbieter auch nicht viel. Natürlich muss letztendlich jeder für sich selbst entscheiden, ob er die Angebote und Preise als sinnvoll erachtet.