Die Platzhirsche beim digitalen Bezahlen sind PayPal und Apple Pay, also Dienste aus den USA. Doch in den letzten Jahren ist vermehrt der Wunsch gestiegen, dass es europäische Alternativen zu den US-amerikanischen Diensten geben soll. Das wurde insbesondere im vergangenen Jahr deutlich, da durch die Präsidentschaft von Donald Trump die Beziehungen zu Europa so schlecht wie seit langem nicht mehr stehen. Wer nach einer Alternative zum schnellen Bezahlen und Versenden von Geld sucht, die europäischen Ursprungs ist, der sollte einen Blick auf Wero werfen.

Das Zahlsystem wurde 2024 eingeführt und ist mittlerweile sehr verbreitet. In Europa gab es im Herbst letzten Jahres bereits über 43 Millionen angemeldete Nutzer. Wero ist eine Zahlungslösung der European Payments Initiative. Dahinter stehen 14 Großbanken aus Europa und zwei Zahlungsdienstleister. Der große Vorteil ist, dass Wero bereits bei vielen Banken integriert ist. Mehr dazu gibt es in diesem Artikel zu erfahren.
Was ist Wero?
Dass es sich um einen europäischen Dienst handelt, steckt bereits im Namen. Der setzt sich aus den Begriffen „We“ (Wir) und „Euro“ zusammen. Damit soll der Gemeinschaftsgedanke betont werden, da es sich um ein politisches Projekt auf europäischer Ebene handelt. Die Grundidee ist, dass man einen Schritt in Richtung finanzielle Souveränität bewegt. Ob Visa, Mastercard, PayPal oder auch Apple Pay – diese Unternehmen sind alle aus den USA, deren Techunternehmen ohnehin den weltweiten Markt beherrschen. Diese Abhängigkeit führt immer wieder zu Problemen, nicht zuletzt auf der Ebene der Sicherheit und des Datenschutzes. Wero soll die Antwort von und für Europa sein, um Menschen eine Alternative zu bieten.
Hinter Wero stehen 14 Großbanken aus Europa und zwei Zahlungsdienstleister. Genutzt werden kann Wero unter anderem für Echtzeit-Überweisungen, also das Versenden und Empfangen von Geld innerhalb von 10 Sekunden. Dafür ist genau wie bei PayPal keine IBAN notwendig, da man nur die Handynummer oder E-Mail-Adresse des Empfängers braucht. Der Vorteil ist aber, dass das Geld direkt von Konto zu Konto geschickt wird und es kein Guthaben auf einem Drittanbieter-Konto gibt. Das Geld landet also direkt auf dem Bankkonto. Privatpersonen können Wero kostenlos nutzen. Damit kann man Geld innerhalb der Familie oder des Freundeskreises verschicken und auch Händler wie Rossmann oder Lidl bieten die Bezahlung mit Wero an.
So kann der Zahlungsdienst genutzt werden
Der große Vorteil ist, dass viele Kunden von Banken bereits Wero in ihre bestehenden Banking-Apps integriert haben. Eine weitere App ist also nicht notwendig. Aktuell gilt das für die Sparkassen, Deutsche Bank, Postbank, Volks- und Raiffeisenbanken, ING, GLS Bank, Sparda und die BW Bank. Zudem wollen auch die Commerzbank und N26 den Dienst anbieten. Derzeit ist Wero in Deutschland, Belgien und Frankreich verfügbar, die Niederlande sollen noch in diesem Jahr folgen. Zudem gibt es Verträge mit regionalen Systemen wie Bancomat in Italien oder Bizum in Spanien.
Sofern man ein Konto bei einer der oben genannten Banken hat, kann man Wero in der jeweiligen App nutzen. In der jeweiligen App muss der Bezahldienst aktiviert werden. Danach kann man Geld an alle Kontakte schicken, die diese Funktion ebenfalls aktiviert haben. Derzeit ist das noch die größte Hürde, doch je mehr Menschen und Unternehmen Wero nutzen, desto geringer wird die Einstiegshürde. Für Unternehmen und Selbstständige gibt es eine Gebühr von 0,77 % pro Transaktion, was unter den Gebühren von Kreditkarten oder PayPal liegt. Das Geld ist dann sofort verfügbar, zudem sind Zahlungen unwiderruflich.
Fazit zu Wero
Mehr Datenschutz und Kontrolle innerhalb von Europa sind die Ziele, die mit Wero verbunden werden. Und mittlerweile zeigt sich der Dienst auch als enorm praktisch. Derzeit ist er noch im Wachstum, da noch mehr Geschäfte und Privatpersonen darauf umsteigen müssen. Doch in den nächsten Jahren soll der Dienst auch in anderen Ländern verfügbar sein. Wero scheint eine gute Alternative zu sein, wenn man keinen Drittanbieter mehr nutzen möchte, viel Wert auf Datenschutz und schnelle Geldtransfers legt. Wer ein Konto bei einer der großen Bankinstitute aus Europa hat, kann Wero ganz einfach kostenlos nutzen. Dazu muss der Dienst in der jeweiligen Banking App aktiviert werden.